Rechnungsabgrenzungsposten (ARAP und PRAP)

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Rechnungsabgrenzungsposten (ARAP und PRAP)

Stellt euch vor, dass eure lieben Mieter die Miete für ihr Haus schon für die Monate Dezember und Januar bezahlt haben oder eure armen Mieter die Miete für ihr Haus für die erwähnten Monate noch nicht bezahlt haben. Wie lautet das in eurer Buchführung für ein normales Geschäftsjahr, das nur bis zum 31.12. dauert?

Die Rechnungsabgrenzungsposten werden in der Buchführung immer ein wesentlicher Schritt im Jahresabschluss sein, damit der Erfolg die Aufwände und auch die Erträge jeder Periode korrekt dargestellt werden kann. Außerdem werden die Aufwände und Erträge entsprechend aufgeteilt.

Gesetzliche Grundlagen

Die Grundlagen sind fixiert im § 250 HGB und dort heißt es:

§ 250 Rechnungsabgrenzungsposten

  1. Als Rechnungsabgrenzungsposten sind auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschluss Stichtag auszuweisen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. [Transitorischer Posten = später wegfallend]

  2. Auf der Passivseite sind als Rechnungsabgrenzungsposten Einnahmen vor dem Abschluss Stichtag auszuweisen, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. [Transitorischer Posten = später wegfallend]

Das heißt, es geht Geld auf dem Konto ein, das für mehrere Abrechnungsperioden verwendet werden soll. Diese müssen aber jeweils voneinander abgegrenzt werden. Dies heißt, muss man eine Rechnung in zwei Teile aufteilen. Nämlich einmal in den Teil, der in das laufende Geschäftsjahr fällt und den anderen Teil für das nächste Geschäftsjahr, obwohl man schon die Gesamtrechnung erhalten hat. In der Buchung bildet man ein Konto (Aktive Rechnungsabgrenzungsposten ARAP), auf dem das Geld zwischengespeichert und im nächsten Geschäftsjahr zum passenden Datum erfasst wird.

Auf der anderen Seite liegt die Passive Rechnungsabgrenzungsposten (PRAP) vor, wenn wir z.B. der Vermieter sind und die Miete im Voraus bezahlt wurde.

Die zeitliche Abgrenzung der Aufwendungen und Erträge bezweckten eine periodengerechte Ermittlung des Jahreserfolges.

Man unterscheidet vier Fälle:

Geschäftsvorfall (GV) im alten Jahr im neuen Jahr Art Buchung zum 31. Dez Beispiele
Von uns noch zu zahlender Aufwand Aufwand Ausgabe
(spät)
Sonstige Verbindlichkeiten
“Haben”
Aufwandskonto an Sonstige Verbindlichkeit Mietaufwand für Dez. wird erst im Januar überwiesen
Noch zu vereinnahmender Ertrag Ertrag Einnahme
(früh)
Sonstige Forderungen
“Soll”
Sonstige Forderungen an Ertragskonto Mieter überweist die DEZ. Mietertrag erst im Januar
Von uns im Voraus bezahlter Aufwand Ausgabe (früh) Aufwand Aktive Rechnungsabgrenzungsposten (ARAP)
“Soll”
Aktive Rechnungsabgrenzung (ARAP) an Aufwandskonto Mietaufwand wird im November für ein Jahr im Voraus bezahlt
Im Voraus vereinnahmter Ertrag Einnahme (spät) Ertrag Passive Rechnungsabgrenzung (PRAP)
“Haben”
Ertragskonto an Passive Rechnungsabgrenzung (PRAP) Mietertrag im Dez. für ein Vierteljahr im Voraus

Unser Fazit:

Wir unterscheiden ARAP, Forderungen, PRAP und Verbindlichkeiten.
ARAP wird gebildet, wenn wir Geld bezahlt haben und die Gegenleistung zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt. Bei den Forderungen handelt es sich in der Regel um Geld, das wir von anderen (z.B. Geschäftspartnern) erwarten. Ein PRAP liegt vor, wenn wir das Geld erhalten, bevor wir die Leistung erbringen. Wenn wir eine Leistung in Anspruch genommen haben, aber noch nicht dafür gezahlt haben ist es eine Verbindlichkeit.

In allen Fällen werden die Abgrenzungen durchgeführt.

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